Marokko war kein Zufall
The images from Qatar 2022 that will endure -- beyond the final, beyond Messi lifting the trophy, beyond the spectacle and the controversy -- include a specific
Veröffentlicht: June 6, 2026

# Marokko ist kein Zufall mehr
Halbfinale 2022. Marokko gegen Frankreich. Vor dem Anpfiff stand Torhüter Yassine Bounou im Tunnel, Augen geschlossen, Lippen in Bewegung – FaceTiming seiner Mutter in Casablanca. Fünf Minuten vor einem WM-Halbfinale. Sie sagte etwas. Er gab das Telefon zurück. Ging auf den Platz.
Marokkos Bilanz 2022: 7 Spiele, 1 Gegentor (ein Eigentor). Weiße Westen gegen Kroatien, Belgien, Spanien, Portugal. Walid Regragui übernahm drei Monate vor dem Turnier und formte eine zerstrittene Mannschaft in eine Defensivmaschine. Nach der Halbfinalniederlage kniete das Team vor seinen Fans. Die Fans jubelten zehn Minuten lang. Das war kein Team. Das war eine Identität.
2026 kehrt Marokko mit einer breiteren Bank zurück. Die Diaspora-Rekrutierungspipeline – junge marokkanischstämmige Europäer, die sich für Marokko statt Frankreich, Niederlande, Belgien entscheiden – hat den Spielerpool ungefähr verdreifacht. Sie werden nicht zusammenbrechen, weil zwei Startspieler verletzt sind. Ein marokkanischer Journalist sagte mir: 'Afrika verliert nicht wegen mangelnden Talents. Es verliert am letzten Prozentpunkt – Infrastruktur, medizinische Ressourcen, Spielrhythmus. Die Lücke schließt sich.'
Prognose: Viertelfinale. Wenn die Auslosung Frankreich vermeidet – ein erneutes Halbfinale ist möglich. Der Außenseiter, der aufgehört hat, einer zu sein.

