WorldCupView
Spielbericht
Spielbericht

USA 4-1 Paraguay: Baloguns SoFi-Meisterstück

Folarin Balogun traf doppelt, als die USA Paraguay vor ausverkauftem Haus im SoFi Stadium mit 4:1 deklassierten und damit ihren höchsten WM-Sieg einstellten. Pulisic erzwang früh ein Eigentor, bevor Balogun vor der Pause einen Doppelpack schnürte, und Giovanni Reyna legte in der Nachspielzeit einen

Veröffentlicht: June 13, 2026

This is the Comic image with the caption: USA 4-1 Paraguay: Baloguns SoFi-Meisterstück

Comic-Inhalte und Spielstatistiken dienen nur Unterhaltungszwecken und können Ungenauigkeiten enthalten. Für genaue Daten besuchen Sie bitte die offizielle Website der Referenz.

🔈Listen

Die Zahlen erzählen eine Geschichte. Der Lärm erzählt eine andere. Beide sind wahr.

An einem Freitagabend im SoFi Stadium, vor 70.492 Zuschauern und genug Hollywood-Prominenz, um eine ganze Awards-Saison zu füllen, tat die USA etwas, was sie in der modernen WM-Ära noch nie geschafft hatte: Sie erzielte vier Tore. Das 4:1 gegen Paraguay war nicht einfach ein Sieg. Es war ein Statement – die Art von Auftritt, den Co-Gastgeber eigentlich hinlegen sollten, aber selten tun.

Mauricio Pochettino stellte die USA in seinem vertrauten 4-2-3-1 auf, mit Tyler Adams und Malik Tillman als Doppelsechs hinter einem offensiven Quartett aus Dest, McKennie, Pulisic und Balogun. Die Überzahl war sofort spürbar und kalkuliert: Paraguays 4-4-2-Mittelblock wurde horizontal auseinandergezogen, weil Dest und Robinson hoch aufrückten und so die Halbräume schufen, die Pulisic und McKennie von der ersten Minute an ausnutzten.

Das erste Tor fiel in der siebten Minute durch ein Muster, das zum Leitmotiv des Abends werden sollte – Pulisic zog von links nach innen, zog zwei Verteidiger auf sich und schlug eine Flanke, die Paraguays Abwehrreihe vor Probleme stellte. Damián Bobadilla lieferte die Antwort, die niemand in Rot-Weiß hören wollte: ein Eigentor, am falschen Torwart vorbei ins Netz geschoben. 1:0.

Paraguays Gustavo Alfaro hatte seine Qualifikationskampagne auf defensive Organisation aufgebaut – nur drei Gegentore in neun Spielen. Aber dieses System war für südamerikanische Gegner ausgelegt, nicht für einen US-Angriff, der bei jedem Umschaltmoment die letzte Drittel mit fünf Spielern flutete. Das strukturelle Missverhältnis wurde zum Abgrund.

Baloguns erstes Tor in der 31. Minute war eine Lehrstunde in Mittelstürmer-Bewegung. Pulisics Rückpass fand ihn zwischen Elfmeterpunkt und Fünfmeterraum; der Monaco-Stürmer öffnete seinen Körper und schob den Ball mit einer lässigen Direktabnahme ins lange Eck – mit der Nonchalance eines Mannes, der das zehntausendmal im Training gemacht hat. Sein zweites Tor tief in der Nachspielzeit der ersten Hälfte war völlig anders – ein Schlenzer aus der Strafraumgrenze, der um Gustavo Gómez herum ins Toreck zischte. Tillman mit der Vorlage, Balogun mit den Geschichtsbüchern: der erste Amerikaner seit Bert Patenaude 1930, der in einem WM-Spiel mehrere Tore erzielte.

Der einzige Wermutstropfen des amerikanischen Abends war Pulisics Auswechslung zur Halbzeit. Eine Prellung an der linken Wade, die später als Vorsichtsmaßnahme beschrieben wurde, ließ eine Welle der Unruhe durchs Stadion gehen. Aber Sebastian Berhalter ersetzte ihn solide, und die Maschine stockte nicht.

Paraguay fand in der 73. Minute einen Moment des Widerstands, als der eingewechselte Maurício – bei seinem WM-Debüt – eine Flanke von Julio Enciso erreichte und per Kopf an Matt Freese vorbei traf. Bei 3:1 hatte das Spiel für etwa fünfzehn Minuten einen Puls. Dann machte Giovanni Reyna ihn zunichte.

Reynas Tor in der Nachspielzeit war der ästhetische Höhepunkt des Abends. Er bekam den Ball am rechten Strafraumrand, zog nach innen und schoss mit dem Außenrist – der Ball schwang, senkte sich und landete im langen Eck. Es war der Abschluss, der jeden Kontext auslöscht. 4:1.

Die zugrundeliegenden Zahlen bestätigten den visuellen Eindruck. USA: 1,84 xG, 65 Prozent Ballbesitz, 16 Schüsse. Paraguay: 0,81 xG, ein Torschuss den ganzen Abend. Das war kein knappes Spiel, das durch ein schmeichelhaftes Ergebnis aufgehübscht wurde. Das war eine Mannschaft, die auf einem völlig anderen Niveau spielte.

Die taktische Frage für Pochettino ist, ob Pulisics Wade rechtzeitig für Australien heilt. Mit oder ohne ihn steht die Vorlage: die Flanken überladen, den Strafraum fluten und darauf vertrauen, dass die beste Ansammlung amerikanischer Angreifer, die je zusammengestellt wurde, den Rest erledigt.

💬 Kommentare (0)