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England vs Kroatien

Luka Modrić opens his final WM against the opponent that defined his tournament career. England versus Croatia in Group L is a rematch of the 2018 semifi

Veröffentlicht: June 6, 2026

England vs Kroatien
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Englisch gegen Kroatien: Ein Aufeinandertreffen von Systemen und Erinnerungen

Es sind sechzehn Monate vergangen, seit Thomas Tuchel seine erste Trainingseinheit im St George's Park abhielt. In dieser Zeit ist England zu einer Mannschaft geworden, die fast nicht mehr wiederzuerkennen ist im Vergleich zu jener, die Gareth Southgate hinterlassen hat. Nicht im Personal – Kane, Bellingham, Rice, Saka bleiben der Kern –, sondern in der Art und Weise, wie dieses Team über Fußball denkt.

Tuchels 4-2-3-1 ist im Kern ein System des kontrollierten Chaos. Im Ballbesitz schiebt sich der rechte Außenverteidiger (Konsa oder Reece James) hoch, um eine asymmetrische 3-2-5-Angriffsstruktur zu schaffen. Ohne Ballbesitz komprimiert das Doppelsechser-Paar Elliot Anderson und Declan Rice die zentrale Gasse auf nur fünfzehn Meter Breite – und drängt die Gegner nach außen, genau dorthin, wo Englands Pressingfallen aufgestellt sind. Die Zahlen belegen dies: In Tuchels ersten zehn Spielen absolvierten Gegner nur 63 % ihrer Pässe im mittleren Drittel Englands, ein Rückgang um elf Prozentpunkte im Vergleich zur Southgate-Ära.

Doch Kroatien ist kein gewöhnlicher Gegner. Zlatko Dalić hat ein neues 3-4-2-1-System nach Nordamerika gebracht – die bedeutendste taktische Weiterentwicklung Kroatiens seit 2018. Die Dreierkette (Vuskovic/Caleta-Car/Gvardiol) dient nicht nur der defensiven Absicherung, sondern bietet eine stabile Plattform, damit Luka Modrić den Ball in der Aufbauphase erhalten kann. Wenn Modrić zwischen die Innenverteidiger fällt, schieben sich beide Außenverteidiger gleichzeitig hoch – Marco Pašalić rechts, Ivan Perišić links –, dehnen das Spielfeld und schaffen die Passwege, die Dalić speziell entworfen hat, um Englands hohes Pressing zu umgehen.

Die entscheidende Schlacht liegt in der Mittelfeldkontrolle. Wenn Anderson und Rice die Winkel einschränken können, in denen Modrić zwischen den Linien den Ball erhält – insbesondere ihm die Option verwehren, zu drehen und nach vorne zu spielen –, bricht Kroatiens Angriffskette an ihrem ersten Glied. Findet Modrić jedoch Martin Baturina oder Mateo Kovačić, die den "dritten Mann"-Raum hinter Englands Pressingstruktur ausnutzen, kann Tuchels System zu seinem eigenen schlimmsten Feind werden: Der Raum hinter der hohen Abwehrlinie ist genau der Ort, an dem Perišićs Flanken und Ante Budimirs Kopfballstärke zuschlagen können.

Dies ist mehr als ein Fußballspiel. Das Halbfinale der Weltmeisterschaft 2018 – Kroatiens 2:1-Aufholsieg gegen England – schwebt noch immer wie ein Schatten über dem kollektiven Gedächtnis des englischen Fußballs. Modrić legte in jener Nacht 12,3 Kilometer zurück, mehr als jeder andere Spieler auf dem Platz. Acht Jahre später ist er vierzig. Tuchel wird dies nicht zu einer emotionalen Erzählung werden lassen – der Deutsche sieht Räume, Tempo und Pressingauslöser. Doch die 94.000 Zuschauer auf den Rängen werden nicht so rational sein.

Prognose: Englands Mittelfeldpressing sollte innerhalb der ersten sechzig Minuten die Kontrolle übernehmen. Bleibt das Ergebnis jedoch 0:0 oder mit einem Tor Unterschied nach der siebzigsten Minute, wird Kroatiens Banktiefe – insbesondere Luka Sučić und Mario Pašalić – zur Variable, die das Gleichgewicht kippt. Die vernünftige Einschätzung: England mit einem Tor Unterschied, aber der Prozess wird schmerzhafter sein, als viele englische Medien erwarten.

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