Achteinhalb Tickets. Die Wende eines Kontinents.
There is a map, reproduced in countless football histories, of the 1930 WM participants. Thirteen nations, clustered almost entirely in the Americas and
Veröffentlicht: June 6, 2026

Acht einhalb Tickets. Ein Kontinent dreht sich um.
Asien hatte 2022 4,5 WM-Plätze. Die üblichen vier: Japan, Südkorea, Saudi-Arabien, Iran. Die 0,5: ein Playoff-Platz, gewonnen von Australien. 2026: 8,5 Plätze. Fast doppelt so viele.
Jetzt die Anwärter: Qatar (Gastgeber 2022, Jugendinvestitionen blühen), Australien (kein 0,5-Schicksal mehr), Irak (U20 erreichte das Asian Cup-Finale), Usbekistan (Asiens am meisten unterschätztes Jugendsystem), UAE, Oman, Thailand, Vietnam. Vietnam: 98 Millionen Menschen — mehr als Deutschland — fußballverrückt, 2022 nur ein Spiel von der Qualifikation entfernt.
In Hanoi traf ich einen alten Mann an einem Pho-Stand. Er fragte, woher ich käme. England, sagte ich. „Ihr Land hat eine WM-Trophäe. Mein Land war noch nie bei einer WM. Aber jeden Sonntag schaue ich eure Liga im Fernsehen. Ich kenne alle eure Spieler — von Bobby Moore 1966 bis heute. Kennst du einen einzigen von uns?“ Ich wusste nichts zu sagen. „Es ist nicht deine Schuld. Wenn dein Land noch nie bei einer WM war, kennt dich niemand. Niemand interessiert sich. So ist Fußball.“ Er legte seine Stäbchen hin. „Also hoffe ich, dass es diesmal anders ist. Acht einhalb Plätze. Vor vier Jahren waren wir ein Spiel entfernt. Diesmal — wer weiß. Vielleicht erinnerst du dich an einen Namen. Nur einen.“
Die vier zusätzlichen Plätze bedeuten, dass vier Verbände jetzt einen Grund haben, in die Jugend zu investieren — weil die WM kein unmöglicher Traum mehr ist. Mehr Zuschauer, mehr Sponsoren, mehr TV-Geld. Ein positiver Kreislauf. Nicht nur vier weitere Teams bei der WM. Vierzig weitere Teams, die glauben, dass sie die Nächsten sein könnten.

