Drei Länder, ein Tisch und ein Kuchen, den niemand teilen will
The history of the WM is, in part, a history of nations learning to share. The first co-hosted tournament arrived in 2002, when Japan and South Korea --
Veröffentlicht: June 6, 2026

Drei Länder, ein Tisch und ein Kuchen, den niemand teilt
Die erste Drei-Nationen-Weltmeisterschaft. USA, Kanada, Mexiko. Klingt schön. Die Realität: Die USA bekamen 78 Spiele, darunter jedes K.o.-Spiel. Kanada bekam 13 Gruppenspiele. Mexiko bekam 13 Gruppenspiele. Das Estadio Azteca – das einzige Stadion, das drei Weltmeisterschaften ausrichtete – erhielt null K.o.-Spiele.
Ein mexikanischer Journalist schrieb: „Das ist keine Co-Ausrichtung. Amerika richtet eine Weltmeisterschaft aus und hat die Nachbarn eingeladen.“ Ein kanadischer FA-Beamter, den ich in einem Korridor des BC Place traf, sah erschöpft aus. „Weißt du, was das Schwierigste ist? Du kannst dich nicht beschweren. Wenn du dich beschwerst, wirkst du undankbar. Wir richten unsere erste Männer-Weltmeisterschaft aus. Wir sollten glücklich sein. Wir sind glücklich. Aber du weißt, dass du behandelt wirst wie –“ er suchte nach dem Wort – „nicht wie ein Partner. Ein Veranstaltungsort. Ein sehr guter Veranstaltungsort.“ Er sah auf seine Uhr. „Aber wir werden es trotzdem gut machen. Es geht nicht nur um unseren Ruf. Es geht um den des ganzen Landes.“
Das Machtungleichgewicht ist strukturell. Elf US-Gastgeberstädte. Zwei kanadische. Drei mexikanische. US-Stadien haben im Durchschnitt größere Kapazitäten. Der US-Markt allein generiert etwa 35 % der weltweiten Übertragungserlöse der FIFA. Ein Finale in Kanada zu veranstalten, wäre ein kommerzielles Desaster. Die FIFA würde das nie tun. Das Problem ist nicht die kommerzielle Logik. Es ist die Bezeichnung als „Drei-Nationen-Partnerschaft“, wenn die Partnerschaft in dem Moment zerfällt, in dem echte Entscheidungen getroffen werden.
Der kanadische Beamte stieg in den Aufzug. Kurz bevor sich die Türen schlossen, sagte er leise etwas: „Wir werden es trotzdem gut machen. Es geht um den Ruf des ganzen Landes.“ Die Türen schlossen sich. Dreizehn Gruppenspiele. Null K.o.-Spiele. Eine erste Weltmeisterschaft. Ein sehr guter Veranstaltungsort.

