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Der Azteken-Tempel öffnet zum dritten Mal seine Tore

The Estadio Azteca in Mexico City is the only stadium in world football to have hosted three men's WM tournaments — 1970, 1986, and 2026 — arriving at as

Veröffentlicht: June 6, 2026

Der Azteken-Tempel öffnet zum dritten Mal seine Tore
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Das Aztekenstadion in Mexiko-Stadt ist das erste – und bislang einzige – Stadion, das drei Weltmeisterschaften ausgerichtet hat. 1970. 1986. 2026. Wenn man die Jahre dieser drei Weltmeisterschaften nebeneinanderschreibt, liegen zwischen ihnen jeweils genau sechzehn Jahre. Kein Zufall. Es ist eine Art Rhythmus – ein Rhythmus, den der Fußballgott heimlich in die Terminplanung eingeschlichen hat.

1970. Pelé hob hier seinen dritten Weltmeisterpokal in die Höhe. Dieses Finale, Brasilien 4-1 Italien, gilt weithin als das großartigste Spiel der Fußballgeschichte. Carlos Albertos Weitschuss – die „ultimative Definition eines Mannschaftstors“ – ereignete sich auf diesem Rasen. Das Aztekenstadion war Zeuge des Augenblicks, in dem Fußball von Sport zu Kunst wurde.

1986. Maradona hob hier seinen Weltmeisterpokal empor. Nein – er hob ihn nicht hier empor. Auch das Finale fand im Aztekenstadion statt. Aber das berühmteste Spiel des Stadions im Jahr 1986 war nicht das Finale, sondern das Viertelfinale – Argentinien gegen England. Die Hand Gottes. Das Jahrhunderttor. Im selben Spiel. Derselbe Mann. Das Aztekenstadion war Zeuge des extremsten menschlichen Widerspruchs der Fußballgeschichte – ein Betrüger und ein Genie, im selben Trikot, auf demselben Rasen, nur vier Minuten auseinander.

11. Juni 2026. Eröffnungsspiel. Das Aztekenstadion wird das erste Stadion der Welt sein, das zum dritten Mal eine Weltmeisterschaft empfängt. Sein Alter – 1966 eröffnet, im Jahr 2026 genau sechzig Jahre alt – ist in der Welt der Stadien ein hohes Alter. Aber es steht dort wie ein Veteran, der schon alles gesehen hat. Es sah Pelé auf dem Rasen hemmungslos weinen. Es sah Maradona die Faust in den Himmel recken. Es sah unzählige Menschen hier schwitzen, bluten und weinen. Nun wird es eine neue Generation von Kindern sehen – Menschen, die erst nach Peles und Maradonas Rücktritt geboren wurden –, die auf seinem sechzigjährigen Rasen ihre ersten Zeilen schreiben.

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