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Spielbericht
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Argentinien 2-0 Österreich: Messi verschießt Elfmeter, bricht WM-Rekord

ARLINGTON, Texas — Der Ball drehte sich am Pfosten vorbei, und für einen flüchtigen Moment verstummten die 70.649 Zuschauer im AT&T Stadium in einer fast entschuldigenden Stille.

Veröffentlicht: June 22, 2026

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# Argentinien 2-0 Österreich: Messi verschießt Elfmeter, bricht WM-Rekord

ARLINGTON, Texas — Der Ball drehte sich am Pfosten vorbei, und für einen flüchtigen Moment verstummten die 70.649 Zuschauer im AT&T Stadium in einer fast entschuldigenden Stille. Lionel Messi hatte gerade in der neunten Minute eines WM-Gruppenspiels einen Elfmeter verschossen – ein seltener und verstörender Anblick, der Zweifel in ein Turnier zu tragen schien, das bereits von seiner Präsenz geprägt war. Doch als der Schlusspfiff am 22. Juni 2026 Argentiniens 2:0-Sieg über Österreich besiegelte, war der Fehlschuss nur noch eine Fußnote – ein Vorspiel zu einem Abend, der die WM-Rekordbücher in unauslöschlicher Tinte umschrieb.

Messis 17. und 18. WM-Tor, erzielt in der 38. Minute und tief in der Nachspielzeit, brachen nicht nur Miroslav Kloses langjährigen Allzeitrekord von 16 Treffern, sondern festigten auch seinen Status als erfolgreichster Torschütze in der Geschichte des Turniers. Er wurde der erste Spieler seit über 50 Jahren, der in sechs aufeinanderfolgenden WM-Spielen traf – eine Serie, die in Katar 2022 begann und sich nun über zwei Turniere erstreckt. Mit seinem 18. individuellen WM-Sieg übertraf er zudem Kloses Bestmarke für die meisten Siege eines einzelnen Spielers bei diesem Wettbewerb. Für einen Mann, der bereits die Trophäe gewonnen hat, dienen diese Zahlen nun als zweite Schicht seines Vermächtnisses.

Die Partie begann mit einem Paukenschlag. In der neunten Minute stürmte Lautaro Martinez in den österreichischen Strafraum, und als er zu drehen versuchte, wurde er von den Verteidigern Stefan Posch und Xaver Schlager in die Zange genommen. Das Einsteigen war ungeschickt, und Schiedsrichter Slavko Vinčić ließ zunächst weiterspielen. Doch eine VAR-Überprüfung, die weniger als eine Minute dauerte, überzeugte ihn, auf den Punkt zu zeigen. Messi trat mit seinem charakteristischen Trippelschritt an, aber sein Schuss mit dem rechten Fuß strich am Pfosten vorbei und landete in den Rängen hinter dem Tor. Es war erst der zweite Elfmeter, den er bei einer WM verschossen hatte – der erste war 2018 gegen Island – und er bescherte Österreich eine Lebensader, an die es sich für die nächste halbe Stunde klammerte.

Österreich, beflügelt durch die Schonfrist, fand in eine kompakte Defensivformation. Marcel Sabitzer, der sein 100. Länderspiel für sein Land bestritt, orchestrierte das Mittelfeld mit der Autorität eines Spielers, der jede Spielart des internationalen Fußballs erlebt hatte. Die Österreicher pressten hoch und zwangen Argentinien zu Querpässen, verweigerten Julian Alvarez und den schnellen Läufen von Thiago Almada den Raum. Für eine Weile wirkten die Weltmeister ungewohnt zerfahren, als hätte der verschossene Elfmeter ihren Rhythmus durcheinandergebracht.

Doch der Rekord ließ sich nicht leugnen. In der 38. Minute öffnete Argentinien endlich die österreichische Abwehr mit einer Aktion, die ebenso einfach wie verheerend war. Facundo Medina, der Linksverteidiger, der mit zunehmender Dringlichkeit nach vorne gestoßen war, bekam den Ball auf dem Flügel und trieb ihn zur Grundlinie. Seine flache Hereingabe zielte auf den Elfmeterpunkt, doch Almada ließ den Ball mit einer scharfen Spielintelligenz durch seine Beine laufen. Die Täuschung ließ zwei österreichische Verteidiger erstarren und erlaubte Messi, der ungedeckt kam, den Ball mit einem Linksschuss ins Tor zu befördern, der die Innenseite des entfernten Pfostens küsste. Das Stadion tobte, und Messis 17. WM-Tor – dasjenige, das Kloses Rekord brach – war ein Mannschaftstor im wahrsten Sinne des Wortes.

Die Feier war nach Messis Maßstäben verhalten. Er hob beide Arme, lächelte und wurde von Teamkollegen umringt, die die Bedeutung des Augenblicks verstanden. Die Riesenbildschirme im AT&T Stadium blendeten die Statistik ein: 17 WM-Tore, die meisten in der Geschichte. Kloses Rekord, aufgestellt über vier Turniere und 24 Spiele, hatte zwölf Jahre gehalten. Messi, der bei seiner fünften WM spielte, hatte ihn in seinem 26. Einsatz übertroffen.

Österreich gab nicht auf. Fünf Minuten nach der Pause trat Sabitzer zu einem Freistoß aus 25 Metern an, leicht links von der Mitte. Sein Schuss war wuchtig, zog über die Mauer und senkte sich in Richtung oberes Eck. Emiliano Martinez, der weitgehend beschäftigungslos gewesen war, reagierte mit einem ausgestreckten Hechtsprung und wehrte den Ball mit voller Streckung ab. Es war eine Parade von echter Klasse, und sie hielt Argentiniens Führung bei einem Tor – ein Vorsprung, der angesichts des zuvor verschossenen Elfmeters prekär wirkte.

Die Partie nahm dann eine besorgniserregende Wendung für Argentinien. Cristian Romero, ihr dominanter Innenverteidiger, ging nach einem Zusammenprall mit einem österreichischen Angreifer zu Boden und signalisierte sofort zur Bank. Er wurde in der 62. Minute ausgewechselt, für ihn kam der erfahrene Nicolas Otamendi. Das Ausmaß der Knieverletzung war unklar, aber Romeros Fehlen in der Abwehrkette war eine Erinnerung daran, dass selbst ein rekordverdächtiger Abend Risiken für ein Team birgt, das Ambitionen auf den Titelverteidigung hat.

Argentiniens zweites Tor fiel erst in der fünften Minute der Nachspielzeit der zweiten Halbzeit, aber es war passenderweise Messis Tor. Julian Alvarez, der unermüdlich ohne Belohnung gearbeitet hatte, erzwang mit einem flachen Schuss aus dem Strafraum eine Parade von Österreichs Torhüter Patrick Pentz. Der Ball sprang lose, und Messi, der mit den Instinkten eines Raubtiers nachsetzte, beförderte ihn aus kurzer Distanz ins Tor. Das Tor war schmutzig, fast komisch in seiner Einfachheit, aber es war sein 18. WM-Tor – eine Zahl, die nun für sich allein steht.

Der Schlusspfiff bestätigte Argentiniens Einzug in die Runde der letzten 32 mit sechs Punkten aus zwei Spielen. Österreich, das seinen Auftaktgegner aus unteren Rängen besiegt hatte, blieb bei drei Punkten und benötigt im letzten Gruppenspiel ein Ergebnis, um weiterzukommen. Für Sabitzer war der 100. Einsatz ein persönlicher Meilenstein, doch der Abend gehörte Messi.

Der rekordverdächtige Bogen – vom Fehlschuss in der neunten Minute über den Rekord in der 38. bis zum Versicherungstor in der 95. Minute – war ein Mikrokosmos von Messis Spätkarriere-Renaissance. Er ist nicht mehr der Spieler, der mit Hingabe an fünf Verteidigern vorbeidribbelt; er ist der Spieler, der einen Ball durch seine Beine laufen lässt, der einem Abpraller folgt, der ein Spiel seinem Willen unterwirft, ohne es dominieren zu müssen. Die Statistiken gehören nun ihm: die meisten WM-Tore, die meisten WM-Siege, eine Serie von sechs Spielen mit Torerfolg, die mehr als ein halbes Jahrhundert umspannt.

Argentiniens Auftaktspiel gegen Algerien war 3:0 ausgegangen, mit einem Hattrick von Messi. Diese Leistung war eine Ansage. Dieses hier, gegen eine gut organisierte österreichische Mannschaft, war ein Kampf. Aber das Ergebnis war dasselbe, und das Rekordbuch wurde neu geschrieben. Der Fehlschuss ist vergessen. Die Tore sind Geschichte.

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